Cornelsen Sweden AB erhält Vinnova-Förderung für PFAS-Behandlungsprojekt in kommunalem Abwasser und Klärschlamm
Cornelsen Sweden AB hat gemeinsam mit Stockholm Vatten och Avfall, dem KTH Royal Institute of Technology und dem Käppalaförbundet eine Förderung der schwedischen Innovationsagentur Vinnova für ein Projekt zur ganzheitlichen PFAS-Behandlung in kommunalem Abwasser und Klärschlamm erhalten.
Ziel des Projekts ist die Weiterentwicklung und Demonstration einer Technologiekette, mit der PFAS in kommunalen Kläranlagen abgetrennt, aufkonzentriert und letztlich entfernt oder zerstört werden können. Durch die Kombination verschiedener Behandlungstechnologien zu einem einzigen Prozess will das Konsortium einen praxistauglichen und kosteneffizienten Ansatz für die künftige Anwendung im großtechnischen Maßstab evaluieren.
Worum es in dem Projekt geht
Das Projekt wird im Rahmen einer Reihe von experimentellen Versuchen und Demonstrationsaktivitäten durchgeführt. Zunächst werden Methoden zur Schaumextraktion entwickelt und an verschiedenen Punkten innerhalb eines kommunalen Abwasserbehandlungsprozesses erprobt.
Diese Extraktionsmethoden werden anschließend mit einer kommerziellen SAFF®-Einheit (Surface Active Foam Fractionation) integriert. Über mehrere Stufen der Schaumfraktionierung lassen sich die im gesammelten Schaum enthaltenen PFAS in einen deutlich kleineren Behandlungsstrom aufkonzentrieren.
Der aufkonzentrierte PFAS-Strom wird anschließend entweder durch Fällung mittels PerfluorAd®, der von der Cornelsen Group entwickelten PFAS-Entfernungstechnologie, oder durch elektrochemische Zerstörungsverfahren behandelt. Dieser Ansatz ermöglicht es dem Projekt, die gesamte Behandlungskette zu evaluieren – von der PFAS-Abtrennung und -Aufkonzentrierung bis hin zur finalen Entfernung oder Zerstörung.
Neben der technischen Leistungsfähigkeit werden im Projekt auch die Betriebskosten und Umweltauswirkungen bewertet. Die Ergebnisse werden in wissenschaftlichen Publikationen und technischen Berichten zusammengefasst, um die künftige Umsetzung und den Wissenstransfer innerhalb der Wasserwirtschaft zu unterstützen.
Forschung, Versorgungsunternehmen und künftige Anwender vereint
Eine besondere Stärke des Projekts ist das breite Konsortium, das dahintersteht. Neben den Kernprojektpartnern sind auch künftige Anwender der Technologie von Beginn an aktiv in die Projektorganisation eingebunden.
Zu diesen Organisationen zählen Uppsala Vatten och Avfall AB, Fortifikationsverket, Gryaab AB, Eskilstuna Strängnäs Energi och Miljö AB, das IVL Swedish Environmental Research Institute sowie VA SYD.
Durch die Zusammenführung von Technologieanbietern, Forschenden, Wasserversorgern und künftigen Endanwendern schafft das Projekt günstige Voraussetzungen für eine praktische Umsetzung und eine breite Verbreitung der Ergebnisse.
Dieser kollaborative Ansatz wurde auch von Vinnova im Rahmen des Bewertungsverfahrens gewürdigt. In ihrer Beurteilung hob die Agentur den systembasierten Ansatz des Projekts, das starke Konsortium dahinter sowie das Potenzial hervor, zu saubererem Wasser und einer besseren Klärschlammbewirtschaftung beizutragen. Auch der Umsetzungsplan wurde als robust bewertet.
Aufbauend auf bisheriger Forschung
Für Cornelsen Sweden baut das Projekt auf Erfahrungen auf, die in mehreren internationalen Forschungsinitiativen gewonnen wurden, darunter das EU-Green-Deal-Projekt SCENARIOS und das EU-LIFE-Projekt Life-Source.
In diesen Projekten wurde die SAFF®-Technologie für die Behandlung von Grundwasser und Deponiesickerwasser evaluiert und demonstriert. Das neu geförderte Projekt erweitert diese Arbeit auf kommunales Abwasser und Klärschlamm und überträgt die Anwendung der Technologie damit auf einen neuen Behandlungsbereich.
Gleichzeitig bietet das Projekt die Möglichkeit, integrierte Behandlungskonzepte weiter zu evaluieren, die Aufkonzentrierungstechnologien mit PerfluorAd® und ergänzenden Zerstörungsansätzen kombinieren.
Beitrag zu „Sustainable Water for All“
Das Projekt ist Teil des Programms Water Wise Societies innerhalb von Impact Innovation, einer gemeinsamen Initiative von Vinnova, Formas und der schwedischen Energieagentur. Das Programm fördert Innovationen, die zu einem nachhaltigen Wassermanagement und zur langfristigen Verfügbarkeit von sauberem Wasser für Gesellschaft, Industrie und Umwelt beitragen.
Das Projekt soll dazu beitragen, die Ausbreitung von PFAS aus dem Abwasser in die aufnehmenden Gewässer zu verringern, und unterstützt damit die Mission „Sustainable Water for All“ des Programms, insbesondere das Ziel, die Verbreitung gefährlicher Stoffe in der aquatischen Umwelt zu reduzieren.
Das Projekt startete offiziell im Juni 2026, die wesentlichen Demonstrationsaktivitäten vor Ort sollen Anfang 2027 beginnen.





